Mission Nasennebenhöhlen erfüllt: FESS 4.0

Dargestellt ist das NNH-System des Patienten und die blockierte Stirnhöhlenbucht.
Dargestellt ist das NNH-System des Patienten und die blockierte Stirnhöhlenbucht.

Es ist bis heute unklar, wofür die Nasennebenhöhlen (NNH) beim Menschen eigentlich angelegt sind. Immerhin handelt es sich um ein kompliziertes Höhlensystem mitten in unserem Schädel mit einem Volumen von mehr als 100 ml. Klar ist jedoch, dass fast jeder Mensch im Verlauf des Lebens an einer chronischen Rhinosinusitis (= CRS) leidet, die sich in bis zu 30% verselbstständigt und Komplikationen wie Sinusitis, Kopfschmerzen, Mandelentzündungen, Kehlkopfentzündung & Asthma entwickeln kann. Hat man in solchen Fällen vor 100 Jahren den Schädel noch von außen angebohrt, „um krankhafte Luft abzulassen“, danach ohne Sicht und später mit Endoskopen die Nebenhöhlen durch die Nase operiert, so vereinen die 4. Generation der Behandlungshandbücher CRS gleichzeitig viele Fortschritte der heutigen Medizin.

Das KOPFZENTRUM Handbuch CRS fragt im Jahr 2018 exakt 46 Parametern des Patienten vor einer Therapieplanung ab. Unter anderem eine 3-D-Röntgenaufnahme (Cone Beam-CT), Allergietests, Untersuchungen der Schleimhaut, Riechtest und Messungen der Nasenatmung. Im KOPFZENTRUM Medical Lab® berechnen Hochleistungscomputer die Effekte der Nasenanatomie auf den Luftstrom und die Drainagewege zwischen den Höhlenabschnitten. Damit kann der Arzt eindeutig die Ursache der Störung herausfinden, die Suche nach „Verschattungen“ via Röntgen gehört der Vergangenheit an.

Danach geht es um die beste Therapie. Auch in diesem Schritt können Patient & Arzt auf Rechnerunterstützung zugreifen. In das KOPFZENTRUM Expertensystems MDSSS® fließen neben medizinischen Leitlinien (oft nicht mehr aktuell und von Lobbygruppen beeinflusst), Erfahrungen des Arztes (wertvoll, aber störanfällig) Publikationen (wissenschaftlich validiert) und die Auswertung von mehr als 2.500 Behandlungen in KOPFZENTRUM ein. Mit jeder Behandlung lernt das System hinzu und greift sogar auf Algorithmen der künstlichen Intelligenz zurück. Die erste Therapielinie zielt deshalb immer auf die Selbstheilung der Schleimhaut. Sie kleidet die Nebenhöhlen wie ein überdimensionaler Teppich aus, Schwellungen können schnell zum Kollaps des Systems führen. Altbewährte Kortison-Nasensprays verlieren langsam an Bedeutung. Große Erfolge zeigen Regenerationsfaktoren, wie die BSCN®-Therapie, die unter die Schleimhaut gespritzt werden.

Kritisch sind knöcherne Engstellen zwischen den Nebenhöhlen und der Nasenhaupthöhle, die oft nur mit einer Computeranalyse gefunden werden können. Die Anatomie der Nase ist ohnehin schon eng und bei vielen Menschen sind die Nebenhöhlen einfach nicht ausreichend miteinander verbunden. Dann wird eine operative Erweiterung notwendig. Die dazugehörige „Functional Endos­copic Sinus Surgery (FESS)“ hat heute nur noch wenig mit dem Verfahren zu tun, dass durch Professor Messerklinger und Co. seit den 1970er die Rhinochirurgie revolutionierte. Heute sind feinste Instrumente, Stanzen oder Bohrer mit Navigationssystemen plus Kollisionswarnung ausgestattet. Ein OP-Computer assistiert das Team durch 150 Einzelschritten. Engstellen können gezielt angefahren, eröffnet, die Schleimhaut gescannt, Regenerationsfaktoren vor Ort gebracht und unbeteiligte Areale geschont werden. Zum Abschluss wird ein dünner Schaumbelag aufgebracht, eine Tamponade der Nase ist nicht mehr notwendig.

» Keine Nasentamponaden! Heute genügt ein flacher Schaumbelag, um die geringen Blutungen zu kontrollieren. «

So wird die Operation weniger invasiv, der Patient liegt nur knapp 60 Minuten in Narkose und kann nach 6 Stunden die Klinik wieder verlassen. Es folgen für eine Woche tägliche Untersuchungen, ab dem 3 Tagen wird eine spezielle Nasenspülung eingesetzt. Mehr als 10 Tage Krankheitsgefühl sind die Ausnahme. Allerdings benötigt die Nase danach bis zu 3 Monaten, um die langjährigen Schäden zu korrigieren und wieder richtig in „Schwung zu kommen“.

Die Digitalisierung der FESS hat noch weitere Vorteile für Patient und Kliniken: Indikation, Operation, Langzeitergebnissen: alles wird transparent. ACQUA Klinik analysiert auf diese Weise bereits regelmäßig die Leistungen der Ärzte und OP-Teams. Der Patient hat die Möglichkeit, Erfolgsrate, Misserfolge, Kosten und Komplikationen im Vorfeld zu recherchieren. Damit kann er die Klinik seiner Wahl so aussuchen, wie er es auch sonst als Kunde gewohnt ist.

» Die FESS 4.0 hat eine Erfolgsquote von mehr als 95%. «

Die Erfolge der heutigen FESS 4.0 sind mehrfach belegt: bei 190 Patienten, die sich an der ACQUA Klinik dieser Behandlung unterzogen haben, verbesserte sich das Befinden mit Bezug auf die Nase im Durchschnitt um mehr als 50%, es gab quasi keine „Therapieversager“. Die Kontrollgruppe, die ausschliesslich mit Kortisonspray behandelt wurde, zeigte dagegen keine Besserung. Die Gruppe der Patienten, die zusätzlich mit Regenerationsfaktoren (FESS 4.1) behandelt wurde, zeigte vor allem in den ersten 3 Monaten eine raschere Erholung der Funktion der Nase. Die Häufigkeiten irregulärer Ereignissen liegt mit 1-3% innerhalb des anspruchsvollen ACQUA-Sicherheitskorridors und weit unter den veröffentlichten Ergebnissen anderer Anbieter/Verfahren.

An der Zukunft der FESS wird bereits gearbeitet, die Version 4.2 wird unter anderem die Möglichkeit des Stammzellentransfers enthalten. Damit können Areale, bei denen überhaupt keine genetischen Informationen über eine funktionierende Schleimhaut mehr vorhanden sind, wieder zu Regeneration angeregt werden. Und die Weiterentwicklung der Computeranalyse in dem 100ml-Höhlensystem wird in Zukunft ermöglichen, nur noch gezielt einzelne Drainageabschnitte mit Hilfe von Ballons zu erweitern.