Mittelohrentzündung

Kettenreaktion zwischen Nase und Ohr

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Die Mittelohrentzündung lässt sich mit einer Kettenreaktion vergleichen. Weil zur Funktion des Mittelohres eine Verbindung zur Nase bestehen muss, führt eine Entzündung der Nase auch häufig zu Störungen im Mittelohr. Die Schleimhaut in der Paukenhöhle reagiert empfindlich auf Störungen der Belüftung über die Ohrtrompete, die Nase und Mittelohr verbindet. Kommt es, z.B. bei einem einfachen Schnupfen, zu einer Verstopfung dieser Verbindung, fängt die Schleimhaut an zu schwellen und mehr Schleim abzugeben, als gewöhnlich. Da dieser nicht ablaufen kann, steht bald Flüssigkeit hinter dem Trommelfell. Innerhalb von wenigen Stunden bemerkt man ein dumpfes Gefühl im Ohr, das sich schnell zum Schmerz ausweitet. Da das Trommelfell gut mit Schmerznerven versorgt ist, sind Ohrenschmerzen für Erwachsene und erst recht für Kinder schnell unerträglich. Kommen jetzt noch Bakterien und Viren hinzu, steigt der Druck gegen das Trommelfell.

Die beste Therapie...

... hat der Körper selber im Repertoire. So kann sich das Trommelfell über einen winzigen Riss öffnen und in den Gehörgang entleeren. Danach verschwindet der Schmerz sofort und es dauert ca. 1 Woche bis die Folgen der Entzündung abgeklungen sind. Unterstützen sollte man diese Phase unbedingt mit abschwellenden Nasentropfen, Inhalation und entzündungshemmenden Medikamenten, wie Ibuprofen. Nur selten muss der HNO-Arzt die Öffnung des Trommelfells vornehmen oder die Ausbreitung der Entzündung durch Antibiotika verhindern. Tritt die Entzündung allerdings wiederholt auf, muss eine begünstigende Ursache, z.B. eine vergrößerte Rachenmandel beim Kind oder eine gestörte Belüftung der Ohrtrompete behandelt werden. Anderenfalls drohen dauerhafte Hörschäden und die Entwicklung einer selbstunterhaltenden dauerhaften Entzündung.

Fazit

Mittelohrentzündungen sind ernstzunehmende, relativ häufige Erkrankungen beim Kind und Erwachsenen, die meist mit wenig Unterstützung durch den Arzt behandelt werden können. In jedem Fall sollte ein HNO- und / oder Kinderarzt konsultiert werden.