Riechverlust. Die meist unterschätze Erkrankung eines unserer Sinne.

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Riechverlust. Die meist unterschätze Erkrankung eines unserer Sinne.

Riechen ist -wie alle unsere Sinne- ein Wunderwerk der Natur und ein immer wieder faszinierendes Phänomen. Winzige Moleküle in der Atemluft finden ihren Weg zur Riechspalte am Dach der Nase. Hier koppeln Sie an die Oberfläche der Riechnerven, die hier -als einzige Ausnahme des gesamten Körpers- als Teil des Hirngewebes freiliegen. Durch eine chemische Reaktion kommt es zu einem schwachen elektrischen Impuls, der in Millisekunden das unmittelbar darüber liegende Riechhirn erreicht. So ist der Mensch in der Lage, Spuren von Riechstoffen nicht nur zu bemerken, sondern auch zu erkennen.

Anders als häufig angenommen, sind auch die allermeisten als Geschmack wahrgenommenen Empfindungen eigentlich Riechimpulse. Das Aroma gebratenen Fleischs, die Note eines Rotweins oder die Verlockung eines Stücks Schokolade kommen eben nicht über die Zunge, sondern vor allem über die Nase zur Wirkung.

Es gibt große Unterschiede in der Fähigkeit, Riechstoffe wahrzunehmen. Dabei unterscheiden sich Menschen bis zu dem Faktor 100, den ein Aromastoff an Konzentration in der Luft der Nase erreichen muss, um wahrgenommen zu werden. Vor allem aber können Erkrankungen wie Schnupfen oder ständige Infekte der Nebenhöhlen den Riechsinn beeinträchtigen. Mechanische Hindernisse wie Polypen oder eine Verbiegung der Nasenscheidewand können das Riechen einschränken und langsam die Riechfasern schädigen. Dabei kann eine Riechstörung für eine Vielzahl von Berufen das Aus bedeuten, z.B. Koch, Feuerwehrmann oder Sommelier.

Sehr selten sind Riechstörungen erste Anzeichen von ernsten Erkrankungen des Gehirns. So kann die Multiple Sklerose oder auch die Parkinson-Erkrankung in einer sehr frühen Phase typische Riechstörungen zeigen.

Es macht also Sinn, sich mit der Fähigkeit des Riechens zu beschäftigen. Dazu benötigt Ihr Arzt einen Riechtest, der nach ca. 20 Minuten ziemlich genau Auskunft über die Riechleistungen gibt. Außerdem muss die Anatomie der Nase (Endoskopie und DVT-Röntgen) und die Funktion der Nasenatmung (Rhinomanometrie) untersucht werden. Bei Bedarf vereinbaren Sie einfach einen Termin in einer KOPFZENTRUM-Filialen. Unsere Behandlungen umfassen die heute modernsten Ansätze zur Diagnostik und Therapie, einschließlich der Aktivierung ortsständiger Stammzellen bei scheinbar aussichtslosen Fällen.