Schlaganfall

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Gesundheitstipp Schlaganfall

Als Schlaganfall bezeichnet man üblicherweise ein Ereignis, bei dem es plötzlich zu einem Funktionsverlust von Hirnarealen kommt. Typischerweise sind das Halbseitensymptome wie Halbseitenlähmungen oder hälftige Sensibilitätsstörungen. Aber auch Sprach- oder Koordinationsstörungen treten häufig auf. Prinzipiell gilt, alles was unser Hirn leistet, kann theoretisch auch ausfallen. Leider ist es auch dem Arzt nicht möglich, vom Beschwerdebild sicher auf die Ursache der Symptomatik zu schließen. Dabei ist zwischen den häufigeren Durchblutungsstörungen (ein großes Blutgefäß wird plötzlich verschlossen) und den etwas selteneren Hirnblutungen (ein großes Blutgefäß platzt) zu unterscheiden. Dies ist insofern essentiell, als dass diese Ursachen jeweils grundverschiedene Akuttherapien nach sich ziehen.

Es handelt sich beim Schlaganfall um einen absoluten Notfall, welcher rettungsdienstlich (Tel.: 112) in einem Krankenhaus mit angeschlossener Neurologie, bestenfalls mit einer Spezialeinheit für Schlaganfallpatienten („Stroke Unit“) vorgestellt werden muss. Dort wird im Rahmen der Akuttherapie bildgebend zwischen Durchblutungsstörung bzw. Gefäßverschluss und Blutung unterschieden. Gefäßverschlüsse lassen sich auf verschiedene Arten teilweise wiedereröffnen. Dabei gilt „Time is Brain“ also Zeit ist Gehirn. Mit jeder Minute die verstreicht, wird das abgestorbene Defektareal und damit das Ausmaß der verlorengegangenen Funktionen größer. Eine Hirnblutung muss unter Umständen neurochirurgisch entlastet werden. Häufig ist jedoch auch eine intensivmedizinische Überwachung ausreichend.

Schon relativ früh sollte die Rehabilitation der entstandenen Defizite beginnen. Leider wachsen Nervenzellen nicht nach – allerdings kann das Hirn teilweise an einer Stelle verlorene Funktionen an einer anderen Stelle realisieren. Dabei spielen Ergo- Logo und Physiotherapie die größte Rolle. Die wichtigsten Fortschritte sind in den ersten Wochen nach dem Ereignis zu beobachten. Einen echten rehabilitativen Ansatz kann man in den meisten Fällen aber für ca. 1 Jahr begründen.

Parallel sollte die Ursachenforschung durchgeführt werden. Man muss dabei das Zusammentreffen der Summe vieler kleiner Ursachen (z.B. Bluthochdruck + Fettstoffwechselstörung + Arteriosklerose + Nikotinkonsum etc.) jeweils vom Vorliegen einer umschriebenen Ursache (z.B. Gerinnungsstörung, Blutgefäßaussackungen oder Herzrhythmusstörungen) unterscheiden. Umschrieben einzelne Ursachen finden sich eher bei jüngeren Schlaganfallpatienten währenddessen der synergistische Effekt mehrerer „kleiner“ Ursachen eher im höheren Lebensalter festzustellen ist.

Ist eine Ursache oder sind mehrere Ursachen festzustellen, dann wird versucht, diese zu optimieren um das Risiko weiterer Schlaganfälle zu reduzieren. Einige allgemeine Maßnahmen wie ASS 100mg täglich können das Risiko von Gefäßverschlüssen pauschal und auch ohne nachgewiesene Ursache statistisch reduzieren.

Ein mit Augenmaß gesund geführtes Leben – mit reichlich Bewegung, ohne Nikotin und einer angemessenen Ernährung kann viele Risiken bereits im jüngeren Lebensalter vermeiden helfen.