Ungünstige Einflussfaktoren auf die Stimme

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Stimme

Viele Faktoren haben einen Einfluss auf die gesunde Stimme. Neben organischen oder funktionellen Aspekten, die medizinisch behandelt oder durch Stimmtherapie verbessert werden können, gibt es eine Reihe von weiteren Einflussfaktoren. Einige davon sind recht unbekannt  aber vor allem für Personen, die in Sprechberufen arbeiten, wichtig zu kennen, da sie die Belastbarkeit der Stimme einschränken können.

Sodbrennen

Das weit verbreitete Sodbrennen als Aufsteigen der Magensäure bis zur Rachenhinterwand kann die empfindliche Schleimhaut der Stimmbänder angreifen und für einen heiseren und rauen Stimmklang sorgen. Des Weiteren kann es zu einem Kloß-Gefühl oder Brennen im Bereich des Kehlkopfes führen. Da dies auch unbemerkt, d. h. ohne den typischen Magendruck auftreten kann, ist es wichtig durch die Untersuchung des HNO Arztes und eine ggf. Einnahme von säurehemmenden Medikamenten, diesen Einflussfaktor auf die Stimmgebung abzuklären und bei Bedarf zu beseitigen.

Asthmaspray und andere Medikamente

Des Weiteren kommt es bei der Anwendung von Asthma-Spray häufig als unerwünschte Nebenwirkung zu Heiserkeit und einem Trockenheitsgefühl des Kehlkopfes. Dies sollte umgehend mit dem behandelnden Lungenfacharzt abgeklärt werden, um ggf. Dosierung oder Art des Asthmasprays zu  ändern. Viele Medikamente, die als Allergiemittel wirksam sind, haben ebenfalls eine unerwünscht austrocknende Wirkung auf die Stimmbänder und sollten daher so sparsam wie möglich eingesetzt werden. Darüber hinaus können bei Herzmedikamenten und Hormonpräparaten ebenfalls Nebenwirkungen auf die Stimme auftreten, die mit Logopädinnen oder HNO-Ärzten besprochen werden sollten. Menthol mit seiner erwünschten ätherischen Wirkung ist ein beliebter Zusatz in Erkältungsmedizin oder Hustenbonbons, kann aber je nach Empfindlichkeit und Dosierung auch die Stimmbänder austrocknen und damit den Klang und die Belastbarkeit der Stimme negativ beeinträchtigen.

Räuspern                                 

Wenn bereits eine Schädigung der Stimmbänder durch Erkältung oder die bereits genannten Faktoren vorliegt, reagieren diese mit vermehrter Schleimbildung, um sich zu schützen. Dieser physiologisch sinnvolle Mechanismus führt zu einem Räuspergefühl, da der aufliegende Schleim die Schwingung der Stimmbänder beeinträchtigt. Beim Räuspern werden die Stimmbänder mit hoher Geschwindigkeit und Kraft gegeneinander gepresst, was wiederum neue Risse und Schädigungen nach sich ziehen kann, die dann eine neue Schleimbildung fördern. Wenn ein häufiger Räusperdrang besteht, ist es daher sinnvoll einen HNO-Arzt aufzusuchen und sich in logopädische Beratung zu begeben.

Dort können dann gezielt die Ursachen ermittelt werden und durch Beratung und Training die Belastbarkeit der Stimme wiederhergestellt werden.