Braucht Medizin ein Wartezimmer?

Eine „Sprechstunde“ ist aus der Medizin nicht wegzudenken. Aber muss dieses Ge­spräch unbedingt in einem persönlichen Treffen zwischen Patient und Arzt stattfinden? KOPFZENTRUM hat bereits seit 2011 Erfahrungen mit der Telemedizin. Dabei ist das Vorhaben ambitionierter als es zunächst scheint. So musste zunächst das jahrhundertealte Fernbehandlungsver­bot gelockert werden, was ursprünglich fahrenden „Quacksalbern“ das Handwerk legen sollte. Erst seit April 2017 kann prinzipiell jeder Patient Telemedizin in Anspruch nehmen.

» Smartphone  und WLAN können den Arzt heute viel einfacher erreichbar machen. «


Mit KOPFZENTRUM WebMed  kann der Patient nach Angaben zum Fachgebiet und den Beschwerden einen Arzt zu Rate ziehen. Dabei leisten die Kamera­systeme der Smartphones gute Dienste. Wie sehen die Gaumenmandeln aus? Ist die Rötung der OP-Narbe beunruhigend? Außerdem helfen die immer weiter verbreiteten Gesundheits-App‘s wie Siemens Hörtest®, Tebonin® (zur Schwindeldiagnostik und -therapie), TK Husteblume® (zur Mitbehandlung von allergischen Erkrankungen), Gesundheitsdaten an den Arzt zu übermitteln. Die WebMed Behandlung kann von jedem Ort der Welt (Internetverbindung vorausgesetzt) und zu jeder Tag- und Nachtzeit genutzt werden. Der Arzt kann weitere Fachärzte oder Spezialisten wie Akustiker hinzuschalten und auf die komplette Unterstützung der KOPF­ZENTRUM-Expertensysteme zugreifen.

» Zugriff auf die Expertensysteme von KOPFZENTRUM? Kein Problem via WebMed. «

 

Zu WebMed gab uns Mario Schaaf, Leiter des Bereichs IT, im Interview weitere Auskünfte.

Herr Schaaf, was unterscheidet Telemedizin von einer einfachen Videotelefonie?
Schaaf: Gar nicht so viel. Moderne Smart­phones bringen heute die Voraussetzungen für eine stabile und sichere Daten­­­über­tra­gung mit. Die Front- und Back­kameras erlauben die einfache Übermittlung von Bild- oder Videobefunden. Die Anforderungen an die Datensicherheit sind noch einmal höher und die Anbindung an die elektronische Patientenakte, quasi das elektronische Gedächtnis von KOPFZENTRUM, benötigt einigen Aufwand.

Wie kann ich WebMed nutzen?
Schaaf: Wir haben uns für ein Zwei-­Stufen-Verfahren entschlossen. Mit einer E-Mail an webmed(at)kopfzentrum-gruppe.de oder über die Online-Terminreservierung übermittelt der Patient seinen Namen, die Diagnosekate­gorie und die gewünschte Kontaktzeit. Danach senden wir einen individuellen Zugang zu unserem WebMed®-System. Damit können wir die sichere und anonymisierte Übertragung der Daten und eine stabile Audio-Video-Medien-Übertragung garan­tieren.

Spielt es eine Rolle, ob ich mich vom Desktop oder Smartphone einwähle?
Schaaf: Nein, im Prinzip unterstützen wir jedes Endgerät. Allerdings haben moderne Smartphones den Vorteil hochauflösender Kameras.

Haben Sie bereits ausreichende Erfahrungen mit dem System sammeln können?
Schaaf: Wir beschäftigen uns seit 6 Jahren mit dem Thema und bearbeiten heute mehr als 20 Online-Anfragen pro Woche. Darüber hinaus ist WebMed im täglichen Einsatz in unseren Praxen. In 17 Praxen in einem Radius von mehr als 250 Kilometer. Die Telemedizin ist längst in unseren Alltag eingezogen.