Innenohrprotektion (IOP 1–4)

Wie kann ein Hörsturz behandelt werden?

Eine Störung des Innenohres kann zu plötzlicher Hörminderung und / oder einem Ohrgeräusch und / oder Schwindel führen. Bis ­heute ist die genaue Ursache des sog. Hörsturzes nicht bekannt. Es scheint nur sicher zu sein, dass die Sinneszellen unter Stress ­geraten und deswegen nicht mehr richtig funktionieren.

Die Behandlung ist wenig einheitlich und teilweise umstritten. KOPFZENTRUM analysiert deshalb in einer eigenen Sektion die ­Behandlungsergebnisse, vergleicht diese mit den internationalen Publikationen und passt die Behandlung bei Bedarf an.

In der aktuellen S1-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wird bei ­einem Hörsturz eine hochdosierte Glukokortikoid-Therapie als intravenöse Infusion und/oder Injektion direkt in das Mittelohr ­empfohlen (Stand Juli 2017).

Diese Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen trotzdem nicht ohne Regressrisiko für den Arzt übernommen und kann nur als individuelle Gesundheitsleistung erfolgen. Diese Situation kritisieren Berufsverband und Fachgesellschaft der Hals-­Nasen-Ohrenärzte bereits seit Jahren. Denn, es gibt zweifelsfrei Ergebnisse, die den Einsatz einer systemischen intravenösen Hochdosis-­Glukokortikoid-Therapie rechtfertigen. Wir sichern Ihnen zu, alle abrechenbare Leistungen um die Therapie herum mit Ihrer Krankenversicherung abzurechnen und so Ihre Kosten so gering wie möglich zu halten.

IOP1 -  intravenöse Infusion von Methylprednisolon, an zwei Tagen in der Praxis

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen werden jeweils 250 mg Urbason® intravenös verabreicht. Die Wirkung tritt innerhalb von 48Stunden ein und kann innerhalb von 4 Wochen die Funktion des Innenohrs verbessern. Hinweis: Bei Abbruch der Therapie können die Kosten – auch anteilig – nicht rückerstattet werden.

IOP2 - Injektion von Prednisolon in das Ohr (ITSI), einmalig, in der Praxis

Nach einer lokalen Betäubung werden unter endoskopischer Kontrolle mit einer winzigen Nadel 2 ml (100 mg) Prednisolon in die Paukenhöhle injiziert. Die Wirkung kann innerhalb von 6 Wochen die Funktion des Innenohrs verbessern. Die Therapie kann wiederholt werden.

IOP 3 - Inspektion des Mittelohres (TYS), Injektion von Prednisolon in das Ohr (ITSI), einmalig, im OP

Nach einer lokalen Betäubung wird die Paukenhöhle mit einem Miniaturendoskop (< 1mm) untersucht. Dabei können beispielsweise seltene Ursachen für einen Hörsturz wie der Einriss der Rundfenstermembran erkannt und behandelt werden. In jedem Fall werden 2 ml (100 mg) Prednisolon in die Paukenhöhle injiziert.

IOP 4 - Injektion von Regenerationsfaktoren in das Ohr (PD und REF0), im OP und danach in Praxis, an drei aufeinanderfolgenden Tagen

Eine hochkonzentrierte Gabe von synthetisch hergestellten Regenerationsfaktoren (REF) wird in die Paukenhöhle injiziert. Die Behandlung wird an 3 Tagen hintereinander wiederholt. Deshalb erfolgt zu Beginn unter Lokalbetäubung die Einlage eines Paukenröhrchens, das nach der Behandlung wieder entfernt werden kann. Während der Injektion kann der Operateur wichtige Strukturen des Mittelohres (z. B. rundes Fenster) kontrollieren. Die Wirkung kann zwischen 3 Wochen und 3 Monaten erwartet werden.

Alle Verfahren können in Abstimmung mit dem Arzt kombiniert werden.


Produktflyer - Innenohrprotektion

 

* zusätzliche Teile der Behandlung werden von der GKV übernommen


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