Interview mit Babett Oehler - Trägerin eines Vibrant Soundbridge Implantates

Viele von uns leben ohne jegliche gesundheitliche Einschränkungen. Das macht es oft nur schwer vorstellbar, wie sich z.B. Menschen mit erheblichen Sehschwächen oder Gehörverlust fühlen und im Alltag zurechtkommen. Dank moderner Medizintechnik ist heute eine große Zahl von Erkrankungen behandelbar, mit der Möglichkeit auf Linderung oder gar Heilung. Babett Oehler, Patientin der ACQUA Klinik und Trägerin eines Vibrant Soundbridge Implantates, erzählt aus persönlichen Erfahrungen, wie es ist, von heute auf morgen wieder ‚ganz normal‘ hören zu können.

Frau Oehler, Sie haben im vergangenen Jahr eine Vibrant Soundbridge implantiert bekommen. Wie waren Ihre Erwartungen und Vorstellungen an das Behandlungsergebnis, als Sie sich für den Eingriff entschieden haben?

Auf Grund mehrerer erfolgloser Operationen im Vorfeld war ich etwas verunsichert, aber voller Hoffnung. Bislang hatte nichts geholfen, alle Versuche waren fehlgeschlagen. Die Vibrant Soundbridge war meine letzte Option.

Haben Sie sich gut aufgeklärt und beraten gefühlt?

Ja, absolut. Zuerst war mir eher unwohl bei dem Gedanken, mir etwas in den Kopf implantieren zu lassen. Aber Frau Dr. Modemann hat mir mit viel Geduld alles ganz genau erklärt und mir die Angst genommen.

Hatten Sie nach der Operation Schmerzen?

Unmittelbar nach der OP hatte ich die, aber im absolut erträglichen Rahmen. Nicht mal Schmerzmittel habe ich gebraucht. Lediglich beim Liegen oder bei Bewegungen, bei denen ich den Kopf anstrengen musste, war es etwas unangenehm.

Wie haben Sie die ersten Wochen nach der Implantation empfunden?

Die ersten Wochen waren bis auf die leichten Schmerzen in erster Linie spannend. Ich habe nur auf den Tag gewartet, an dem der äußere Teil der Soundbridge angebracht werden würde. Bis dahin hatte ich schlaflose Nächte, vor allem aus Neugierde und Vorfreude.

Wie war der Moment der Aktivierung des implantierbaren Hörgerätes 4 Wochen nach der Implantation für Sie?

Unglaublich. Plötzlich habe ich so viele Geräusche wahrgenommen. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Anfangs hatte ich sogar etwas Angst vor ungewohnten Geräuschen oder Lärm, dass ich mich erschrecken könnte. Aber das ging alles prima. Heute sind es nur die ganz hohen Töne, die manchmal noch etwas stören.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie besser als ohne (herkömmliches) Hörgerät hören konnten?

Das ging sofort. Ich habe den Unterschied von jetzt auf gleich spüren – oder besser hören – können. Da ist mir erstmal bewusst geworden, wie schlecht der Zustand meines Gehörs vorher tatsächlich war.

War ein spezielles Hörtraining nötig?

Nein. Herr Willenberg vom Gromke Hörzentrum hatte mir das Gerät nach einer zweiwöchigen Testphase nochmal nachjustiert. Abgesehen davon war kein weiteres Training nötig. Das hat mich selbst überrascht, aber natürlich auch gefreut.

Wie hat sich Ihr Leben mit dem implantierbaren Hörgerät verändert?

Zum absolut Positiven. Früher konnte ich besonders in Räumen mit mehreren Menschen nichts verstehen oder musste mehrfach nachfragen, wenn jemand mit mir gesprochen hat. Oder ich habe gar nicht reagiert, weil ich es schlichtweg nicht gehört habe und wurde so oft als desinteressiert eingeschätzt. Das hat schon sehr an mir genagt. Das ist jetzt alles anders. Ich höre heute eigentlich so gut wie jeder andere gesunde Mensch auch. Das ist wirklich beeindruckend und erleichternd.

Ist die VSB einem herkömmlichen Hörgerät überlegen?

Für mich persönlich ist sie das. Das liegt aber in erster Linie daran, dass bei mir auf Grund der Anatomie meiner Ohren ein gewöhnliches Hörgerät nicht möglich ist.

Haben sich Ihre Vorstellungen und Erwartungen erfüllt?

Sie wurden sogar übertroffen. Ich hätte mir nie vorstellen können, welchen Unterschied das Implantat macht. Ich wollte einfach nur wieder ‚normal‘ hören und das ist nun möglich. Ich würde mir maximal wünschen, dass das Gerät noch kleiner und weniger sichtbar wäre, als es ohnehin schon ist. Aber das ist im Moment eher ein Luxusproblem und rein technisch sicher nur eine Frage der Zeit.

Würden Sie den Schritt noch einmal gehen?

Auf jeden Fall!

Können wir etwas besser machen?

Da fällt mir im Moment nicht wirklich was ein. Ich habe mich von der Beratung, bei und unmittelbar nach der Operation bis zur Nachbehandlung bestens aufgehoben gefühlt. Vielen Dank an Professor Strauss und sein Team, aber auch an Herrn Willenberg von Gromke dafür, dass sie mir mein Gehör wiedergegeben haben.