KOPFZENTRUM Cochlea Hearing and Implant Centre

Häufige Fragen zum Cochlea Implant

Hinweis für den Leser: Die nachfolgenden Antworten enthalten nach besten Wissen und Gewissen recherchierte und analysierte Daten. Einschränkend muss erwähnt werden, dass Medizin sich als Wissenschaft weiter entwickelt und ständig neue Erfahrungen und Ergebnisse publiziert werden. Wir bemühen uns, diese Übersicht beständig zu aktualisieren, können jedoch für deren Richtigkeit und Allgemeingültigkeit keine Haftung übernehmen. Bitte beachten Sie auch, dass die von KOPFZENTRUM ausgewerteten Daten zum Zwecke der freiwilligen Qualitätssicherung nicht mit dem Zweck einer wissenschaftlichen Forschung entstehen und deshalb methodisch bedingt nicht in jedem Fall für Vergleiche und verallgemeinernde Schlussfolgerungen herangezogen werden können.

Ist eine Cochlea Implantation gefährlich?

Nein, eine CI-Implantation ist verhältnismäßig wenig gefährlich. Die Implantation eines CI gleicht zum großen Teil einer typischen Mittelohroperation, die wiederum zu den sichersten Operationen in der HNO-Heilkunde gehören. Die intraoperativen Landmarken sind verlässlich, gut darstellbar und mit Hilfe von Assistenzsystemen durch das chirurgische Team gut zu erkennen. Es gibt eine Vielzahl von Publikationen, welche diese Einschätzung unterstützen.

Literatur zu dieser Frage:
Complication rate of minimally invasive cochlear implantation
Elias D. Stratigouleas, MD1
Brian P. Perry, MD1
Susan Marenda King, MD1
Charles A. Syms III, MD, MBA1
1Ear Medical Group, University of Texas Health Science Center at San Antonio, San Antonio, Texas.
Reprint requests: Elias D. Stratigouleas, MD, University of Texas Health Science Center at San Antonio, 7703 Floyd Curl Dr, San Antonio, Texas 78284-7777. E-mail address: estratigo@gmail.com
Abstract
Objectives To assess the complication rate of minimally invasive cochlear implantation (MICI).
Study Design and Setting Data for this study were obtained via a retrospective analysis of records at the Ear Medical Group, San Antonio, TX, after IRB approval at the University of Texas Health Science Center at San Antonio. The surgical complications of MICI were recorded in a spreadsheet format; 176 patients were included in the study.
Results A total of 22 (12.5%) complications were noted in the study. There were 0 life-threatening, 7 major, and 15 minor complications. Of the 7 major complications, 3 were device failures, 2 developed delayed mastoiditis, 1 required receiver/stimulator repositioning, and 1 involved facial paralysis.
Conclusions MICI is as safe as standard cochlear implantation (SCI) and affords with it other benefits. Eliminating the scalp flap avoids devascularization and minimizes the opportunity of flap infection or necrosis. Complications not related to the flap are similar to SCI.

Gibt es ein Risiko einer Hirnhautentzündung bei einer CI-Implantation?

Seriöser medizinische Anbieter sollten keine Komplikation grundsätzlich ausschließen. Allerdings ist die tatsächliche Gefahr einer Hirnhautentzündung schon deshalb gering, da weder Implantat noch die Elektrode selbst in Kontakt zur Hirnhaut gelangen. Die wichtigste Phase der Operation ist sicherlich die Eröffnung der Hörschnecke und das Einführen der winzigen Elektrode. Dabei könnte es zu einem Eintreten von Erregern kommen, die dann in Kontakt zur Hirnhaut kommen könnten. Allerdings gab es in den Jahren 2003 bis 2007 eine relativ hohe Zahl von Hirnhautentzündungen bei Kindern. Heute wird deshalb im Zweifelsfall eine Impfung gegen bestimmte Keime vor CI-Implantation durchgeführt. Vorsichtshalber umfassen die Standards von KOPFZENTRUM außerdem die Gabe eines Antibiotikums während der Operation. Eine Hirnhautentzündung ist also sehr unwahrscheinlich. Die veröffentlichte Rate von Hirnhautentzündungen liegt zwischen 0% und 0,5%. KOPFZENTRUM hat seit Beginn des CI-Programms bei keinem Patienten eine Hirnhautentzündung oder verwandte Krankheitsbilder dokumentiert.

Literatur zu dieser Frage:
Am J Otolaryngol. 2016 Jan-Feb;37(1):44-50. doi: 10.1016/j.amjoto.2015.09.002. Epub 2015 Sep 10. Analyzing complications of minimally invasive pediatric cochlear implantation: A review of 248 implantations. Googe BJ1, Carron JD2.(https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26700260)
Eur Ann Otorhinolaryngol Head Neck Dis. 2014 Jun;131(3):177-82. doi: 10.1016/j.anorl.2013.05.005. Epub 2014 Jun 2. Cochlear implant complications in 403 patients: comparative study of adults and children and review of the literature. Farinetti A1, Ben Gharbia D2, Mancini J3, Roman S2, Nicollas R2, Triglia JM2. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24889283)
Ann Otol Rhinol Laryngol. 2016 Nov;125(11):893-899. Epub 2016 Jul 21. A Systematic Review of Perioperative Versus Prophylactic Antibiotics for Cochlear Implantation. Anne S1, Ishman SL2, Schwartz S3 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27443344)
Cochlear Implants Int. 2014 Sep;15(5):246-53. doi: 10.1179/1754762813Y.0000000041. Epub 2014 Jan 3. Results of a prospective surgical audit of bilateral paediatric cochlear implantation in the UK. Broomfield SJ, Murphy J, Wild DC, Emmett SR, O'Donoghue GM; Writing for the UK National Paediatric CI Surgical Audit Group. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24621149)
Rev Med Inst Mex Seguro Soc. 2015 Sep-Oct;53(5):644-51. Postoperative complications of cochlear implant: eight years of experience. Yépez-Pabón D1, Guevara-Sánchez M. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26383815)

Kann das Implantat wieder abgestoßen werden?

Eine Abstoßungsreaktion ist auf Grund der heute eingesetzten Materialien (Titan und Silikon) äußerst unwahrscheinlich. So werden beispielsweise aus den USA im Zeitraum 1991-2004 bei mehreren Tausend CI-Versorgungen 3 Fälle mit einer Reaktion auf Silikon gemeldet. Auch eine weitere Übersicht über notwendige Rezidivoperationen ergab keine nennenswerte Rate von Abstoßungen.

Literatur zu dieser Frage:
Otol Neurotol. 2006 Dec;27(8):1078-82. Silicone allergy: A new cause for cochlear implant extrusion and its management. Kunda LD1, Stidham KR, Inserra MM, Roland PS, Franklin D, Roberson JB Jr.
Otol Neurotol. 2005 Jul;26(4):624-34. Cochlear implant failures and revision. Lassig AA1, Zwolan TA, Telian SA.

Kann eine CI-Implantation auch ambulant (=tagesklinisch) erfolgen?

Grundsätzliche ja. Wichtig ist, dass der Patient sorgfältig ausgewählt wird und die Betreuung zu Hause nach festen Standards erfolgt. Weltweit gibt es Zentren, an welchen der Patient noch am gleichen Tag der Implantation die Klinik verlassen darf. Dieses Vorgehen führt -bei richtiger Patientenauswahl und Organisation der Nachbehandlung- offensichtlich nicht zu einem erhöhten Risiko für den Patienten. In der Auswertung der ersten 20 CI-Patienten im KOPFZENTRUM CI-Programm konnte ebenfalls kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko bei einem Aufenthalt in der Klinik von weniger als 24 Stunden nach Operation gefunden werden (Hinweis: Diese Auswertung entspricht nicht vollständig den Anforderungen an eine wissenschaftliche Studie und ist deshalb noch nicht für eine Verallgemeinerung geeignet). Publikationen anderer Kliniken belegen allerdings, dass eine tagesklinische Implantation ohne zusätzliches Risiko möglich ist.

Links und Literatur zu dieser Frage:
Cochlear implantation in different health-care systems: disparities between Germany and the United States. Teschner M, Polite C, Lenarz T, Lustig L. Otol Neurotol. 2013 Jan;34(1):66-74. doi: 10.1097/MAO.0b013e318278bf58. PMID: 23232831
Day-case pediatric middle ear surgery: from myringoplasty to bilateral cochlear implantation. Powell HR, Rowlands RG, Lavy JA, Wright A. Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2010 Jul;74(7):803-6. Doi. 10.1016/j.ijporl.2010.04.006. Epub 2010 May 18. PMID: 20483488
Cochlear implants as a paediatric day surgery service. Stephens J, Cruise A, Shaida A. Cochlear Implants Int. 2010 Jun;11 Suppl 1:221-4. doi: 10.1179/146701010X12671177819064. No abstract available.  PMID: 21756617
A UK experience of daycase cochlear implant surgery. Mawby TA, Kaleva AI, Ramsden JD. Cochlear Implants Int. 2014 Mar;15(2):109-11. doi: 10.1179/1754762813Y.0000000056. Epub 2013 Nov 25.PMID: 24156503
AANA J. 2013 Feb;81(1):55-9. Cochlear implant in an ambulatory surgery center. Joseph AM1, Lassen LF.
www.betterhearingjax.com/hearing-technology/cochlear-implant-surgery-jacksonville/
www.uhb.nhs.uk/Downloads/pdf/PiAmbDischargeAdviceCochlearImplant.pdf
caminoent.com/audiology/cochlear-implants/adult-cochlear-implants/ (auch beweis für Aktivierung des Systems alleine durch den Audiologen, ohne Operateur)
www.med.unc.edu/ent/adultcochlearimplant/files/adult-cochlear-implant-journal (23h-Aufenthalt)
www.fda.gov/MedicalDevices/ProductsandMedicalProcedures/ImplantsandProsthetics/CochlearImplants/ucm062899.htm (höchste Aufsichtsbehörde der USA beschreibt Aufenthalt über einen Tag)
www.cochlear.com/wps/wcm/connect/bd802fc3-32f7-46de-95ee-56e0519e88e7/ASC.pdf (detaillierte Abrechnungshinweise des Herstellers Cochlear für Ambulatory Surgery)
cochlearimplantonline.com/site/inside-a-cochlear-implant-surgery/ (online Plattform für Betroffene)

Gibt es Unterschiede in der Behandlung am KOPFZENTRUM CHIC und anderen CI-Zentren in Deutschland?

Das KOPFZENTRUM CHIC arbeitet unter Beachtung der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, welche detaillierte Vorgaben für einen geeigneten Behandlungsstandard machen. Unser CHIC weicht in einem Punkt von diesen Empfehlungen ab: aus gutem Grund verkürzen wir den stationären Aufenthalt in der Klinik nach der Implantation bis zu einer minimalen Aufenthaltszeit von 24 Stunden. Auf der Basis unserer mehr als 20jährigen Erfahrung in der Mittelohrchirurgie, den international publizierten Ergebnissen und den eigenen Ergebnissen sind wir davon überzeugt, dass diese Verweildauer genügt, um die Implantation sicher und ohne zusätzliche Risiken zu absolvieren. Dafür sorgen u.a. eine tägliche ärztliche Kontrolle in der Klinik und ein weit entwickeltes Telemonitoringsystem. Eine verkürzte Liegezeit nach Implantation hat Vorteile, so kann die raschere Mobilisierung Thrombosen vorbeugen, das Gleichgewichtssystem schneller beruhigen, Infektionen mit Krankenhauskeimen reduzieren und schließlich das Wohlbefinden des Patienten durch die häusliche Umgebung und die Nähe zu seinen Angehörigen bessern.

Ist die ambulante Versorgung mit einem CI am KOPFZENTRUM ein neues Verfahren oder ein wissenschaftliches Projekt?

Nein. Auf Grund der Erfahrungen in zahlreichen CI-Zentren ist die ambulante Implantation eines CI etabliert. Die US-Aufsichtsbehörde FDA geht in den aktuellen Stellungnahmen grundsätzlich von einer kurzen Verweildauer von etwa einem Tag in der Klinik aus.

Links und Literatur zu dieser Frage:
www.fda.gov/MedicalDevices/ProductsandMedicalProcedures/ImplantsandProsthetics/CochlearImplants/ucm062899.htm

Wer kommt für eine Behandlung am KOPFZENTRUM CHIC nicht in Frage?

Wir versorgen bislang keine Patienten unter 18 Jahren. Darüber hinaus können schwere Begleiterkrankungen ein Hindernis sein.

Warum gibt Diskussionen in Fachkreisen um die ambulante CI-Versorgung?

In Deutschland wurde die CI-Versorgung bis zum Jahr 2013 ausschließlich stationär durchgeführt. Dabei ist der Patient etwa eine Woche im Krankenhaus und auch große Teile der Rehabilitation wurden mit einem stationären Aufenthalt geplant. Es gibt gute Argumente, in manchen Fällen an diesem Prinzip festzuhalten, beispielsweise bei der Behandlung von kleinen Kindern. Allerdings sind inzwischen positive Erfahrungen mit einer Verkürzung der Betreuung im Krankenhaus gemacht worden, die bis zu einer Verweildauer von nur wenigen Stunden im Krankenhaus reichen (siehe oben).
Die in Deutschland geführte Diskussionen werden von einem Vergütungssystem beeinflusst, welches die Versorgung unter stationären Bedingungen deutlich besser vergütet, als unter ambulanten Bedingungen. Unsere Patienten können in jedem Fall sicher sein, dass wir die mindestens notwendige Aufenthaltsdauer in der Klinik ausschließlich an medizinischen Argumenten festmachen.

Kann ich an einem anderen CI-Zentrum versorgt werden?

Selbstverständlich. Das CI-Zentrum am KOPFZENTRUM ist ein Angebot. Wir beraten unsere Patienten ausführlich über den Verlauf einer CI-Versorgung, unser Programm und die alternativen Zentren. Wir empfehlen auf Wunsch auch Ansprechpartner an anderen CI-Zentren und vermitteln unsere Patienten an die behandelnden Kollegen.

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