KOPFZENTRUM Cochlea & Hearing Implant Centre (CHIC)


Damit Hören immer bleibt.

Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten, Hören. Die fünf Sinne des Menschen sind die Schnittstelle zur Außenwelt. Ein Verlust dieser Sinne verändert den Menschen. Er wird unsicher, einsam und muss auf viele Eindrücke des Lebens verzichten. Das gilt besonders für den Hörverlust, der schleichend oder plötzlich, angeboren oder erworben sein kann.

Cochlea Implantat: 50 erfolgreiche Jahre Pioniergeist

Seit der Einführung des Cochlea Implants 1978, u. a. durch Professor Graeme Clark (University of Melbourne, Australien), Ingeborg Hochmaier (Österreich) und Blake S. Wilson (USA), ist es möglich, ein schwerhöriges oder ertaubtes Ohr wieder zum Hören zu bringen. Damit ist das Innenohr bis heute das einzige Sinnesorgan, das durch ein Implantat wieder hergestellt werden kann.

Das Prinzip ist einfach: Durch ein schwaches elektrisches Signal wird der Hörnerv direkt gereizt. Die defekten Sinneszellen (Haarzellen) des Innenohrs werden damit umgangen. Durch das Einbringen einer kleinen Elektrodenkette kann der Nerv an unterschiedlichen Fasern ­stimuliert und damit verschiedene Frequenzen angesteuert werden. Es resultiert ein Höreindruck, der ein Verstehen von Tönen, Geräuschen, Stimmen und Zusammenhängen erlaubt.

  1. Mikrofon und Soundprozessor: wandelt Schall in digitale Signale um
  2. Sendespule: überträgt berührungslos die Signale auf das
  3. ImplantatImplantat: erzeugt schwache elektrische Impulse
  4. Elektrode: überträgt elektrische Impulse auf den Hörnerv

 

Entwicklung: Über 1/2 Million Cochlea Implantat-Träger weltweit (Stand 2018)

Heute ist die Versorgung mit einem Cochlea Implant Routine geworden. Die Geräte sind hochentwickelt und zuverlässig. Die Elektrodenträger erlauben einen Erhalt des Restgehörs und damit die Kombination mit Hörgeräten. Die Software ist in der Lage, das Gerät unterschiedlichen Hörsituationen anzupassen. Die Bedienung über Apps und Smartphones ist längst Routine.

 

Indikation: Ist ein Cochlea Implantat die passende Therapie?

Das KOPFZENTRUM Cochlea & Hearing Implant Centre (CHIC) führt auf der Basis von mehr als 25 Jahren Erfahrungen mit mehr als 15 Mitarbeitern aus den Bereichen HNO, Audiologie, Akustik, Hörtraining, Psychologie, Hörbiologie und Ergotherapie die Vor-Untersuchungen nach den gültigen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde durch.

                                                     »Im Mittelpunkt steht immer die Frage,
                                                      ob ein CI die effizienteste Variante ist,
                                             das Hörvermögen bestmöglich wiederherzustellen.«


CHIC hat sich darüber hinaus – als erstes Zentrum in Deutschland überhaupt – freiwillig verpflichtet in jedem Fall die Befunde einem unabhängigen CI-Zentrum in Deutschland/Österreich/Schweiz zur Überprüfung der Plausibilität vorzustellen. Erst wenn 100%ig klar ist, dass alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Versorgung und Rehabilitation gegeben sind, wird die Therapie geplant. Implantation und die zweijährige Rehabilitation erfolgen am CHIC nach den geltenden Leitlinien und auf der Grundlage eines Versorgungsvertrages mit allen deutschen Krankenversicherungen. Dabei kann die Versorgung mit einem kurzen Klinikaufenthalt aber auch vollständig ambulant erfolgen. Die Kosten werden von den Krankenversicherungen übernommen.

 

Implantation: Minimal-invasiv in weniger als 3 Stunden

Der Einsatz des Implantats erfolgt über einen kleinen Zugang hinter der Ohrmuschel. Hier wird das System unter der Haut befestigt. Die dünne Elektrode wird unter dem Operationsmikroskop in die Hörschnecke eingeführt. Ein Test kann während der Operation nachweisen, dass die Elektrode richtig platziert ist und funktioniert. Mit Hilfe des hochaufösenden Cone-beam CT kann die Position zusätzlich in der Cochlea dargestellt werden.
Die Operation erfolgt an der ACQUA Klinik Leipzig, die als international bekannte HNO-Spezialklinik mehr als 1.000 Eingriffe am Mittelohr pro Jahr durchführt. Die Operation dauert 2 bis 3 Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Eingriff ist u. a. durch den Einsatz von Navigationssystemen zum Schutz des Gesichtsnervs sicher und risikoarm. Für einen erfahrenen Ohr-Operateur ist die Implantation ein Routineeingriff entlang der bekannten Landmarken im Felsenbein.
Nach der Operation wird eine Betreuung zwischen 6 und 24 Stunden in der Klinik empfohlen.



Soundprozessoren: Die vom Patienten äußerlich getragen werden und drahtlos mit dem Implantat kommunizieren (Stand 2018)

   

           Cochlear Nucleus 6                Oticon Medical Neuro One            Cochlear Nucleus Kanso

 

Hörtraining: Neues Hören und Verstehen lernen

Das Empfinden, das in den ersten Wochen mit einem Cochlea Implant ensteht, entspricht erst einmal so gar nicht dem natürlichen Hören. CI-Patienten beschreiben dieses Gefühl z. B. als Druck oder Lärm.

                                              »Die größte Herausforderung für den Patienten
                                        ist das Erlernen des Hörens mit einem Cochlea Implant. «


Erst schrittweise, durch Einstellungen des Prozessors und kontinuierliches Hörtraining können diese Informationen in verständliche Hör­eindrücke übersetzt werden. Aber keine Sorge: In den allermeisten Fällen tritt dieser Effekt bereits in einem Zeitraum von drei Monaten ein und verbessert sich danach kontinuierlich weiter. So ist belegt, dass Erwachsene mit Cochlea Implantaten gesprochene Sätze fast sieben­mal besser als vorher mit einem Hörgerät verstehen. Von 900 CI-Trägern gaben die meisten Befragten an, erstmals wieder gut telefonieren und Musik genießen zu können. Fast 80 % der Menschen, die mit einem Cochlea Implant versorgt wurden, gaben an, dass sie rückblickend diese Entscheidung lieber früher ge­troffen hätten (Quelle: Cochlear Americas Recipient Survey, June 2008).

Das CHIC umfasst ein ambulantes ausgearbeitetes Trainingsprogramm über 24 Monate nach den gültigen Reha-Leitlinen. Mehr als 14 Mitarbeiter aus den Disziplinen Audiologie (Hörexperten), Hörakustik (Einstellungen der Software), Logopädie (Hör- und Sprachtrainer, Musiktherapie), Ergotherapie (Übungen zur Konzentration und Fingerfertigkeit), Physiotherapie, Ohrenheilkunde, Phoniatrie, Neurologie, Psychiatrie und Psychologie stehen dafür zur Verfügung. Die Kosten werden von der Krankenversicherungen übernommen.

 

Betreuung: Lebenslang, rund um die Uhr

Nach der Ersteinstellung bietet das KOPFZENTRUM Cochlea & Hearing Implant Centre eine lebenslange Betreuung an. Diese umfasst die regelmäßige Vorstellung alle 6 Monate zur Überprüfung/Verbesserung der Prozessoreinstellungen und eine 24-h-Hotline für akute Probleme.

 


 

Häufige Fragen

»Wie teuer ist eine CI-Versorgung und wer trägt die Kosten?«
Ein Cochlea Implant kostet derzeit etwa 25.000 Euro (Stand 2018). Hinzu kommen die Kosten der medizinischen Versorgung (ca. 1.000 Euro) und der Rehabilitation (ca. 4.000 Euro). Die gesetzliche/private Krankenversicherung übernimmt die Kosten der Versorgung.

»Muss ein CI wieder ausgebaut werden?«
Nein, die Systeme halten lebenslang. Nur im Fall von Materialfehlern (z. B. Elektrodenbruch) sind in sehr seltenen Fällen Re-Implantationen in der Vergangenheit nötig geworden.

»Ist ein CI komplett unsichtbar?«
Nein. Ein Hauptbestandteil des Systems ist unter der Haut platziert. Der Soundprozessor und die Sendespule werden hinter dem Ohr getragen. Die Situation erinnert an ein konventionelles Hörgerät. Auch einteilige Systeme, die sich ganz im Haar verstecken lassen, sind verfügbar.

»Ist eine CI-Versorgung umkehrbar?«
Durch die modernen Elektroden entstehen heute bei der Implantation nur noch wenige Veränderungen in der Hörschnecke. Grundsätzlich ist das Innenohr jedoch so vorgeschädigt, dass eine Entfernung des Implantats keinen Sinn macht, da keine Alternative existiert. Sollte allerdings in Zukunft eine Therapie, z. B. mit Stammzellen möglich werden, steht dem CI-Patienten dieser Weg offen.

»Welche Systeme werden von KOPFZENTRUM verwendet?«
Wir arbeiten mit allen etablierten Herstellern, wie Cochlear® und Oticon® zusammen. Die Entscheidung über das geeignete Implantat erfolgt unabhängig in einem Beratungsprozess zwischen Patient und Akustiker. Unsere Chirurgen sind auf alle gängigen Systeme trainiert. Die Krankenversicherungen tragen die Kosten unabhängig vom Hersteller.

Die KOPFZENTRUM Gruppe ist ein von der Sächsischen Landesärztekammer anerkanntes Praxisverbund. Das Cochlea & Hearing Implant Centre steht unter der fachlichen Verantwortung der hier tätigen Fachärzte und Therapeuten. Das Programm CHIC steht allen Patienten offen und ist seit 2017 von allen sächsischen gesetzlichen Krankenkassen vertraglich anerkannt.