weltMStag 2017 - wir bedanken uns bei unseren Patienten für das ungeheure Vertrauen

weltMStag 2017

Im Juni 2017 wird das KOPFZENTRUM voraussichtlich erneut und nunmehr zum 5. Mal in Folge als „Regionales Multiple Sklerose Zentrum“ zertifiziert. Neben den formalen, technischen und inhaltlichen Anforderungen an unser Unternehmen ergibt sich daraus aber eine ganz besondere persönliche Verantwortung gegenüber den Menschen, welche sich mit einer solch schwerwiegenden Erkrankung in unsere teilweise bereits über Jahrzehnte dauernde Therapie begeben.

Im Jahr 1998 wurden im KOPFZENTRUM noch ca. 30 Patienten mit MS behandelt. Das war für eine ambulante Struktur schon viel, in den Jahren danach kam es aber dann zu einer sehr deutlichen Zunahme auf derzeit knapp 400 MS Patienten. Diese Zahlen wirken sicher sehr abstrakt – deutlicher wird die Verantwortung und das Maß in welchem wir am Leben unserer Patienten teilnehmen dürfen vielleicht an einer anderen Zahl. Betreut man einen Patienten über ein Jahr, so kann dies als sogenanntes Patientenjahr gezählt werden. Dies ist ein Maß insbesondere für eine Kontinuität in der Versorgung.

Seit 1998 haben wir insgesamt sage und schreibe knapp 2800 Patientenjahre bei unseren Patienten mit Multipler Sklerose betreuen dürfen. Das waren Jahre mit glücklichen aber auch schwierigen Zeiten. Das waren Gespräche und manchmal auch Diskussionen über Therapiemöglichkeiten. Das waren Tiefpunkte, Angst, Beziehungskrisen und herbe berufliche Rückschläge. Aber es waren und glücklicherweise im ganz überwiegenden Maß auch stabile Zeiten, Beförderungen, sportliche Erfolge, Kinderwünsche, Schwangerschaften und insgesamt 32 Entbindungen von MS Patientinnen. Manche der Kinder sehen wir nun auch schon wieder als Jugendliche Begleitung der Mütter oder auch einmal wegen einer persönlichen neurologischen Frage. Vertrauen auf einer solchen Ebene und über einen derartig langen Zeitraum zu erwerben ist der eigentliche Kern ärztlicher Arbeit. Damit beantwortet sich vielleicht auch die Frage, warum wir einen solch aufwendigen Schwerpunkt betreiben.

Wir möchten den weltMStag dafür nutzen, uns für dieses ungeheure Vertrauen zu bedanken. Das medizinisch hochdynamische Umfeld der neuroimmunologischen Krankheiten fordert auch uns als Betreuer ein hohes Maß an Entwicklungsbereitschaft ab. Dies ist, wenn man solch eine Zertifizierung nicht quasi per Institution verliehen bekommt, sondern tatsächlich aufbauen und erhalten muss,  nur durch das große persönliche Engagement der ärztlichen und nichtärztlichen Strukturen über einen so langen Zeitraum aufrecht zu erhalten.