Wer ist besser, Arzt oder Computer?

KOPFZENTRUM schreibt sich den Anspruch Premium-Anbieter nicht einfach so auf die Flagge. Das Unternehmen hat seit über 20  Jahren einen besonderen Anspruch an Innovationen, die Medizin sicher, effizient und komfortabel machen. In dieser Rubrik stellen wir Ideen, Prototypen oder Lösungen vor, die es ohne KOPFZENTRUM nicht gäbe.

Man sagt, dass Medizin nicht mit anderen Branchen vergleichbar sei und Navigationssysteme oder Autopiloten nicht in die Behandlung des Patienten passen. KOPFZENTRUM verfolgt traditionell einen anderen Ansatz. Medizin darf nach unserer Überzeugung gerade nicht auf die Möglichkeiten der Wissensgesellschaft verzichten, die ohne Computer und ein gewisses Vertrauen in Technik nicht möglich sind.

Unsere Ärzte erstellen u. a. schon seit Jahren digitale Handbücher, die ca. 70% der medizinischen Behandlungen, Diagnosen oder Symptome unserer Sprechstunden abdecken. Hier fließen Publikationen, Leitlinien und die Erfahrungen am Patienten ein. Immer häufiger setzen wir Fragebögen und Scores ein, um Beschwerden des Patienten und Befunde exakt zu beschreiben. So „versteht“ der Computer, wie sich die Behandlung entwickelt.

In der Sprechstunde gibt der Arzt, oft gemeinsam mit dem Patienten, dazu die aktuellen Daten ein. Die von KOPFZENTRUM entwickelte Medical Data Sciences & Smart Services (MDSSS) vergleicht diese Informationen mit den Handbüchern und passt den individuellen Fall auf der Basis zigtausender Behandlungsverläufe an. Jetzt kann das System eine Empfehlung aussprechen, die ganz einfach („Am 5. Tag nach Operation bitte an die Gabe des Nasensprays XY denken“) oder auch schwerwiegender („Nach dem Stand der Dinge empfehlen die Expertensysteme zu 78% zunächst eine Operation mit anschließender Nachbehandlung“) sein kann.

Aber keine Sorge, die eigentliche Empfehlung zur Therapie obliegt weiterhin dem Arzt und die Entscheidung dem Patienten. Interessant sind erste Auswertungen über 100 Behandlungen (Stand Juni 2017). Danach stimmten Arzt und System in 68% der Empfehlungen überein. In mehr als der Hälfte der verbleibenden Fälle folgte der Mediziner dem System. In diesen Fällen fand sich überwiegend die Begründung, dass „das System tatsächlich mehr Informationen und Einflüsse bedacht und berechnet hatte, als dies der erfahrene Arzt in dem Moment konnte.“ Die befragten Patienten empfanden die Anwendung des MDSSS als einen Vorteil, da sie dadurch die Herleitung einer Behandlung und die dahinterliegenden Überlegungen besser verstehen konnten. Außerdem wirkte es vertrauensbildend, wenn der Arzt darauf hingewiesen hatte, dass „an dieser Stelle das System seine Empfehlung verbessert“ hätte.

Dabei sind die MDSSS keine Blackbox. Der Anwender kann jederzeit nachvollziehen, auf welchen Informationen die Modelle eine bestimmte Untersuchung, Verdachtsdiagnose oder Therapieempfehlung kalkulieren. Der Anwender kann sogar während der Behandlung bei abweichender Meinung die Gewichtung bestimmter Informationen anpassen und so das System weiterentwickeln. Man kann also davon ausgehen, dass die Unterstützung der Informationstechnologie dem Patienten tatsächlich zu Gute kommt, ohne dass ein zusätzliches Risiko entsteht.

Auch in anderen Bereichen werden unsere Mitarbeiter inzwischen vom Computer unterstützt. Der General Operation Manager (GOM) prüft z. B. in Echtzeit, welche notwendigen Untersuchungen vor einer OP bereits absolviert sind, ob der Patient rechtzeitig eingecheckt werden konnte, ob alle für den Eingriff erforderlichen Blutwerte vorhanden sind und vieles anderes mehr. Vieles von dem, was die heutige Patientenlogistik kompliziert machen kann, wird mit dem GOM tagtäglich sicher und zuverlässig geregelt.

Sogar im OP-Saal geht heute (fast) nichts mehr ohne Computer. Dort unterstützt der Surgical Procedure Manager (SPM) das chirurgische Team. Eine Entwicklung, die nach über 10 Jahren intensiver Arbeit heute aus Leipzig in viele andere Kliniken Einzug gehalten hat. Anlässlich des Weltkongresses für Computer-Assistierte Chirurgie (CARS) in Barcelona hielt Dr. Katharina Feige im Juni 2017 einen vielbeachteten Vortrag zu den Ergebnissen des SPM in der HNO-Chirurgie. Diese Ergebnisse wurden inzwischen auch in den „European Archives of Oto-Rhino-Laryngology“ veröffentlicht, eines der renommiertesten wissenschaftlichen Journale der HNO-Medizin. Und die im Umfeld der ACQUA Klinik gegründete SPI GmbH mit Sitz in Leipzig wurde im Oktober von einem der größten Medizintechnikkonzerne mit Sitz in den USA erworben. Eine große Anerkennung für die Ideen und Lösungen aus Leipzig.


Pia Schmitz,
Leiterin KOPFZENTRUM
Performance & Quality Management